Tirol und Südtirol grüßen Wien
13.-14.06.09
Landesfesttage
18.09.-20.09.09
Landesfestumzug
20.09.09
Jugend
Lebenswege
Der Freiraum ist ein Marktplatz, offen für eine Vielzahl kultureller Projekte, die anlässlich des Gedenkjahrs 2009 bearbeitet werden. Entstanden auf Initiative einzelner Personen, Gruppen oder Institutionen decken sie ein breites Spektrum von Themen, Methoden und Ausdrucksformen ab.
Der Freiraum ist für Neuzugänge offen: Interessenten wenden sich bitte an die Kulturabteilungen der Landesregierungen in Innsbruck, Bozen und Trient.

Virtuelles Haus der Geschichte – Zeitzeugen erinnern sich

 (c) Ekkehard Schönwiese

Das „Virtuelle Haus der Geschichte Tirols“ ist die Vorstellung von einem Haus, in dem TirolerINNEN aus allen Landesteilen leben und sich wechselseitig ihre unterschiedlichsten Lebens- und Zeitgeschichten erzählen.

Friedl Weiss, in einer Innsbrucker Bar mit Hitler

Friedl Weiss (c) Österreichisches Zeitzeugenarchiv

Da habe ich im Jahr 1930 Hitler kennen gelernt, ich hab gastiert in Innsbrucker Theater in irgendeiner Operette, auf Tournee, da werde ich eingeladen von einem Mann, er möchte mich sprechen, ich interessiere ihn als Frau.

Elfriede Blaikner, Vaters Arbeit, Kindheit in Silz

Elfriede Blaikner (c) Österreichisches Zeitzeugenarchiv

Mein Vater war als junger Jurist „Grundbuchanlegungskommissär“. Das heißt, in Tirol gab es damals noch keine Grundbücher.

Maria Rogl , als Marketenderin bei Nazibonzen am Tisch

Maria Rogl (c) Robert Possenig

Und dann kommt er (Hitler) her, und geht hinter die ganze Reihe und grüßt auf die Seite auch noch und dann kommt er wieder daher nach vorne. Und dann hat er und so gezeigt, mit dem Zeigefinger hat er so gezeigt und dann sagt gleich der Flügelhornist hinter mir: „Moidele geh, da hat er dich gemeint.“

Johann Pletzer - Vom Überessen und Schifahren

Hans Pletzer (c) Österreichisches Zeitzeugenarchiv

Der Vater war ein ganz gewöhnlicher Mensch, ein Fassbinder. Aber die Mutter ist eine Bäuerin gewesen. Die war von einem Bauernhaus. Und die konnte alles. Eine Bäuerin muss viel können, viele verschiedene Sachen kochen und die Fleischverarbeitung, das ist eine Wissenschaft für sich mit dem Speck.

Hans Demant

Das Foto stellte freundlicher Weise Mag. Dr. Kurt Scharr (Geografie Uni Innsbruck) zur Verfügung (c) Mag. Dr. Kurt Scharr

„Hab ich´s Ihnen schon gesagt? Ich bin evangelisch, aber wir haben den einen Heiligen gehabt, den Andreas Hofer, der hängt bis heute noch über meinem Schreibtisch. Wenn russische Gäste kommen, glauben sie gewöhnlich, das ist mein Opapa, nicht wahr?

Vom Vermächtnis der Wickzwillinge

Ruth Deutschmann (re) hört den Olga Wick zu. (c) Österr. Zeitzeugenarchiv M. Gieselmann

„Die Berg´ sind Altäre und je höher dass man ist umso befreiter fühlt man sich. Was einen da herunten bedrückt und schwer ist, wenn man da oben ist ganz auf die Gipfeln, dann fallt des ab, unwillkürlich fallt des ab, man spürt des nicht mehr.

Louis Barcata

Louis Barcata während der Dreharbeiten in Salzburg. (c) Österr. Zeitzeugenarchiv - Ruth Deutschmann

Louis Barcata zog mit seinen Eltern aus Völs am Schlern nach Innsbruck und erinnert sich an seine Kindheit: „… Die waren sehr beliebt, diese italienischen Handwerker, die da durch die Straßen gezogen sind.

Anna Waldeck, Publizistin und Stadträtin

Anna Waldeck bei den Dreharbeiten in Lienz 1997. (c) Österr. Zeugzeugenarchiv - Ruth Deutschmann

„Als die ersten Männer einberufen wurden zum Militär, traf es auch einen Wagnermeister namens Haimbl, der in der Kärntnerstrasse (in Lienz)seine Werkstatt hatte. …

Hatto Georg Scheer, Heldenplatz und Nazieltern

Hatto Georg Scheer bei Dreharbeiten in seinem Linzer Haus zusammen mit Ruth Deutschmann. (c) Bernhard Popovic, 2001

„Mein Vater hat im Jahr 1926 den Gau Tirol gegründet, er war der erste Gauleiter von Tirol. Das war natürlich für ihn ein großer Stolz. Und er hat auch das goldene Parteiabzeichen gehabt. Meine Mutter, die auch so lang bei der Partei war, die hat es aber nicht gehabt.

Hannes Hundegger, Ritterspieler und Krippenschnitzer

Hannes Hundegger 1997, bei Dreharbeiten für das Zeitzeugenarchiv  im Garten seines Hauses mit der Serles im Hintergrund (c) Österreichisches Zeitzeugenarchiv

„Was heute vor drei Wochen war, weiß ich nicht mehr, aber von früher! Das war 1927/28/29. Da haben wir Ritterspiele aufgeführt. Selbst gedichtet! Die Dummheiten hat man noch im Kopf.

Sophie Wilhelm, die „Tiroler Nachtigall“

Sophie Wilhelm (c) Ruth Deutschmann

„Da warn mir unsere 12 Kinder und dann sind ein paar weggestorben. Dann warn wir viele Jahre unsere 9, und dann sind wieder 2 gestorben dann warn lange Jahre unsere 7.

Alois Wibmer, ein blinder Seher

Alois Wibmer (c) Österreichisches Zeitzeugenarchiv

Die Soldaten von den Kosaken hab ich gar nicht zu sehen gekriegt, nur den Durchzug der Zivilbevölkerung. Bis Lienz sind sie gekommen und da hat man sie nicht hineingelassen. Der Durchzug, gelt, die ganze Strasse!

Franz Aschenbrenner, seine Freunde Trenker und Dibona

Franz Aschenbrenner (c) Österreichisches Zeitzeugenarchiv

Da komm ich zu einem Leutnant und sag´: “Melde mich gehorsamst zur Bergführerprüfung“. Sagt er auf einmal: „Was gibt´s für einen Schnee?“ Und ich sag´: „Einen guten und einen schlechten.“ Hat er gesagt: „Trottel, abtreten, nicht geeignet!“

Margret Lanner, Schläge gegen Aufklärung

Margret Lanner, 1997 (c) Österr. Zeitzeugenarchiv

Dann die Aufklärung! Elf Jahre war ich alt, da hab ich noch geglaubt, dass die Kinder aus dem Bach heraus gezogen werden, aus dem Wasser.

Albert Brecher, kein Finger am Abzug

Albert Brecher mit den Axamer Kalkkögeln im Hintergrund anlässlich einer Bergandacht. (c) Ekkehard Schönwiese

Ich hab dann danach, wie mein Bruder daheim war und die Bauernschaft übernommen hat, da hab ich dann angesucht um Aufnahme in die Zollwache.

Karl Mandler - Feminist und Sozialist

Karl Mandler mit Ruth Deutschmann bei Dreharbeiten am 26. März 1999 in seiner Wiener Wohnung. (c) Österr. Zeitzeugenarchiv – Birgit Johler

„Ich bin Frauenrechtler geworden. Ich hab das Unrecht an der Frau schon in der eigenen elterlichen Familie erlebt. Damals, zu meiner Kinder- und Jugendzeit, hat das Patriarchat geherrscht.

Fritz Schopf, drei Sommer in Tirol

Dr. Fritz Schopf und Ing. Ruth Deutschmann (c) Foto: Benjamin Epp 1997

Dann war es den Eltern wichtig, etwas anderes kennen zu lernen: Tirol. Das heilige Land Tirol, wie man damals sagte, oder heute noch, mit der hochkatholischen Bevölkerung.

Maria Lanzinger - Kraut und Nudeln

Maria Lanzinger (c) Österreichisches Zeitzeugenarchiv

Die Brüder hab ich verloren. Sie sind g´fallen. Die Buben. Alles ist hin g´wesen, die Kinder, das Geld, alles kaputt. Viel haben wir nicht gehabt. Ja, ja. Es ist grausig g´wesen, wie sie einrücken haben müssen. Das sind schlechte Zeiten gewesen!

Luise Holzknecht, den Gulden schwer verdient

Luise Holzknecht (c) Theaterverband Tirol Archiv

Ja, das Alte bleibt drein im Kopf. Ich weiß noch, wo ich in Dienst ´gangen bin. Man hat zu Lichtmess den Lohn gekriegt, zu Maria Lichtmess, gell. Das ist der zweite Februar. Jetzt kriegt man ihn jeden Monat.

Leopold Vietoris, Bergführeroffizier und Mathematiker

Leopold Vietoris (c) Ruth Deutschmann

„Ich bin zuerst bei den Deutschmeistern eingerückt. Nach einem Monat bin ich dann zum Infanterieregiment 49 transferiert worden und bei dem war ich dann den ganzen Krieg über, nicht im Verband des Regiments, sondern ich bin dann zu den Bergführern gekommen.

Elisabeth Loch, vom Segen der guten Wurst

Im Bild Elisabeth Loch  (li) mit Tochter (c) Ruth Deutschmann

„Und wir als Kinder sind Spalier gestanden, da haben wir ihn g’segen den alten Herren in der Kutsche, langsam vorbeifahren, das war ein Ereignis, wenn der Kaiser einen Besuch in einer Stadt gemacht hat.

Helmut Heuberger, Der „Häuptling“ der 05 in Tirol

Helmut Heuberger (c) Österreichisches Zeitzeugenarchiv

Dann kam die Sache mit Fritz Molden. Fritz Molden hatte ja von Anfang an Hitler bekämpft. Er kam ja ganz woanders her, und er hat sich zur Wehrmacht gemeldet, um ins Ausland zu kommen, genauso wie Otto.

Sabina Bihler, über den Glauben und den Oberlehrer Vogel

Sabina Bihler (c) Österreichisches Zeitzeugenarchiv

Der Glaube ist ein Geschenk Gottes. (große Pause) Ohne Glauben kann ich mir das Leben gar nicht vorstellen. Ohne Glaube. Weil er gibt immer wieder Halt. Man muss dafür dankbar sein.

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