Klangstadt
Geschichte trifft Zukunft im Tiroler Gedenkjahr 2009. Die Schmach von Napoleon in Tirol erntete einst große Schadenfreude im restlichen Europa und war Auslöser für die rasante Verbreitung und plötzliche Popularität der Tiroler Volksmusik weit über die Landesgrenzen hinaus. Was ist geblieben von dieser geschichtsträchtigen Volksmusik und wo liegt ihre Zukunft?
Bei Klangstadt trifft Tradition auf Innovation, alte Volksmusik auf Neue Volksmusik. Die Innsbrucker Innenstadt wird von verschiedenen Plätzen aus mit ihr beschallt, kleine musikalische Inseln in den Feierlichkeiten zu 1809-2009. Wir zeigen, wie das Neue das Alte bedingt und wie zeitgemäß das Alte noch sein kann. Die Grenzen zwischen traditioneller Volksmusik, Volkstümlicher Musik, Neuer Volksmusik und Weltmusik werden unterhaltsam ausgelotet. Auch über geografische Grenzen soll ein Blick geworfen werden, um nicht im Patriotismus zu schwelgen sondern auch der Europaregion Tirol Platz einzuräumen: Verwandte Musiktraditionen unserer Nachbarländer sollen kulturelle Gemeinsamkeiten zurück ins Bewusstsein bringen.
Folgende Musikgruppen aus Tirol, Südtirol und dem Trentino werden aufspielen:
Abies Alba (Trentino)
Seit 1991 forschen Abies Alba in Ihrer Heimat dem Trentino nach alpinen Traditionen in der Musik, landschaftlich ist der Einfluss der Alpen durch die Weißtanne (abies alba) offensichtlich. Die Gruppe lässt mit Geigen, Flöten, Okarinen, dem Dudelsack, der Drehleier und anderen traditionellen Instrumenten altes Lied- und Tanzrepertoire aus Südtirol, dem Trentino, Veneto, Friaul usw. wieder aufleben. Die geographische und kulturelle Nähe zum Tiroler Raum lässt vieles sehr vertraut klingen.
Aniada a Noar (Steiermark)
Es ist Volksmusik, und zugleich mit der schlagartigen Erkenntnis der Geprellten, so lange gepflanzt worden zu sein, umfängt uns das warme Gefühl, einen neuen Ort, eine neue Landschaft unseres Herzens entdeckt zu haben: österreichische Volksmusik ohne Eisenbahnervorgartenmentalität, jenseits von Ö2, von rustikaleren Niedertrachten gar nicht zu reden. (David Staretz in: Musik als Heimat, anyway) Seit nunmehr 25 Jahren spielen Aniada a Noar (Ein jeder ein Narr) Neue Volksmusik. 15 CDs hat die Band mittlerweile hervorgebracht, sämtliche wurden von Kritikern hoch gelobt. Eine davon mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik bedacht.
AkkoSax (Tirol)
Siggi Haider (Akkordeon) und Hannes Sprenger (Saxophon) pflegen, mit einem Fuß in der Tiroler Tradition, das Erbe der Tiroler Komponisten Werner Pirchner, Bert Breit und Haimo Wisser, beschreiten aber auch bewusst den Weg des Abenteuers Improvisation, der zu überraschenden, ungewöhnlichen Ansichten des scheinbar Bekannten führen kann. Die beiden Musiker, die auch als Bühnen-, Hörspiel-, Film- und Kabarettmusiker tätig sind haben im vergangenen Dezember beim „Festival der Klänge“ im Porgy & Bess in Wien den Austrian World Music Award 2008 gewonnen.
Aktuelle Informationen finden Sie auf der Homepage www.klangstadt.at

















