Die erste Schlacht am Bergisel (April 1809)
Mit dem Ausbruch der Erhebung im April 1809 rückten die Tiroler erstmals gegen Innsbruck vor — der Bergisel wurde zur Stellung vor der Stadt.
Mit dem Ausbruch der Tiroler Erhebung im April 1809 begann auch die Reihe der Kämpfe am Bergisel. Der Hügel südlich von Innsbruck wurde sogleich zur entscheidenden Stellung vor der Landeshauptstadt.
Der Ausbruch der Erhebung
Als die österreichischen Truppen im Frühjahr 1809 vorrückten, erhoben sich die Tiroler Schützen- und Landsturmkompanien. Innerhalb weniger Tage griff die Erhebung vom Inntal auf weite Teile des Landes über. Die Aufständischen wandten sich gegen Innsbruck, das von bayerischen und französischen Truppen gehalten wurde.

Tirol war seit 1806 dem mit Frankreich verbündeten Königreich Bayern zugeschlagen worden. Die bayerische Verwaltung griff tief in das überlieferte Gefüge des Landes ein: Aushebungen für den Militärdienst, neue Steuern und Eingriffe in kirchliche Bräuche stießen auf wachsenden Widerstand. Als Österreich im April 1809 den Krieg gegen Frankreich eröffnete, war der Boden für eine Erhebung bereitet. Das Vorrücken des österreichischen Korps unter Feldmarschallleutnant Johann Gabriel Chasteler bot das Signal, auf das die Tiroler gewartet hatten. Die Erhebung war von langer Hand vorbereitet, und vereinbarte Zeichen — darunter im Inn treibende Sägespäne und das Läuten der Glocken — riefen die Talschaften nahezu gleichzeitig zu den Waffen.
Der Bergisel als erste Stellung
Am Bergisel trafen die vorrückenden Tiroler auf die Verteidiger der Stadt. Das Gelände — die erhöhte Lage über der Sillschlucht, die bewaldeten Hänge und die Engstellen an den Zugängen — begünstigte die Schützen, die ihre Ortskenntnis und Treffsicherheit ausspielen konnten. Aus Deckung hinter Bäumen, Mauern und Geländekanten konnten sie heranrückende Kolonnen unter wirksames Feuer nehmen, ohne sich selbst dem geschlossenen Salvenfeuer der Linieninfanterie auszusetzen. Die ersten Gefechte zeigten, dass die Aufständischen ernst zu nehmen waren, und brachten Innsbruck unter Druck.
Die in Innsbruck und im Inntal stehenden bayerischen Verbände waren auf einen Feldzug gegen eine reguläre Armee eingerichtet, nicht auf einen Volkskrieg im Gebirge. Geschlossene Formationen und Geschütze entfalteten in dem unübersichtlichen, steilen Gelände nur einen Teil ihrer Wirkung, während die beweglichen Schützengruppen den Angreifern an vielen Stellen zugleich zusetzten. So gelang es den Tiroler bereits in dieser frühen Phase, die gegnerischen Verbindungen zu stören und Teile der Besatzung zum Ausweichen zu zwingen.
Bedeutung
Die Kämpfe vom April waren der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Auseinandersetzungen. Sie machten deutlich, welche Rolle der Bergisel im weiteren Verlauf spielen würde. Eine zusammenfassende Darstellung aller vier Kämpfe bietet der Überblick zu den Schlachten am Bergisel; die Fortsetzung schildert die zweite Schlacht.

Die Schützen und das Aufgebot
Getragen wurden die Kämpfe vom Landsturm und von den Schützenkompanien, die sich aus der bäuerlichen Bevölkerung rekrutierten. Anders als reguläre Truppen kannten sie das Gelände genau und konnten sich rasch sammeln und wieder zerstreuen. Diese Beweglichkeit war im April 1809 entscheidend: Die Aufständischen konnten an mehreren Stellen zugleich Druck ausüben und die gegnerischen Verbindungen stören.
Zugleich zeigte sich schon zu Beginn die Schwäche der Erhebung. Ohne reguläre Versorgung, ohne schwere Artillerie und abhängig vom Beistand der österreichischen Armee blieb der Erfolg stets gefährdet. Die ersten Kämpfe am Bergisel waren deshalb ein Auftakt mit offenem Ausgang — ein Vorzeichen der wechselvollen Monate, die folgen sollten.
Unter den Anführern, die sich in diesen Tagen hervortaten, trat Andreas Hofer aus dem Passeiertal zunehmend in den Vordergrund. Neben ihm sammelten sich tatkräftige Männer wie Josef Speckbacher, die in den folgenden Schlachten zu zentralen Gestalten der Erhebung wurden. Ihre Stärke lag weniger in einer einheitlichen Befehlsführung als in der Fähigkeit, die örtlichen Aufgebote rasch zu sammeln, sie an den entscheidenden Stellen einzusetzen und nach dem Gefecht wieder in die Täler zu entlassen.
Der Übergang in die nächsten Kämpfe
Die Erfolge des April waren nicht von Dauer. Nachdem Österreich auf den Kriegsschauplätzen weiter nördlich unter Druck geriet, rückten bayerische und französische Verbände erneut in das Inntal vor und besetzten Innsbruck ein zweites Mal. Damit war der Boden für die nächste Auseinandersetzung bereitet. Der Verlauf des Jahres lässt sich anhand der Zeitleiste nachvollziehen; den unmittelbaren Anschluss bildet die zweite Schlacht Ende Mai, in der die Aufständischen erneut zum Angriff übergingen.
Häufige Fragen
Wann fand die erste Schlacht am Bergisel statt?
In der Anfangsphase der Erhebung im April 1809, kurz nach dem Ausbruch der Kämpfe im Inntal.
Was war der Anlass?
Mit dem Vorrücken österreichischer Truppen brach die Tiroler Erhebung los. Die Aufständischen rückten gegen das von bayerischen und französischen Truppen gehaltene Innsbruck vor.
Wie ging die erste Phase aus?
Die Tiroler konnten erste Erfolge erzielen und Innsbruck unter Druck setzen. Die Kämpfe legten den Grundstein für die weiteren Auseinandersetzungen am Bergisel.
Warum war der Bergisel so wichtig?
Der Hügel beherrschte den Zugang nach Innsbruck von Süden. Wer ihn hielt, kontrollierte den Weg in die Stadt.
Wer führte die Tiroler an?
Die Erhebung wurde von mehreren Anführern getragen; als zentrale Gestalt trat Andreas Hofer hervor.
Wie viele Schlachten folgten noch?
Auf die erste Phase folgten drei weitere Kämpfe am Bergisel: im Mai, im August und im November 1809.