Zeitleiste der Erhebung
Die Ereignisse von 1809 lassen sich nur im Zusammenhang verstehen — von der Abtretung Tirols an Bayern bis zum Gedenken zweihundert Jahre später.
Die Tiroler Erhebung war kein einzelnes Ereignis, sondern eine rasche Folge von Aufschwung, Sieg und Niederlage innerhalb eines einzigen Jahres. Wer den Aufstand verstehen will, muss seine Vorgeschichte kennen: Erst der Frieden von Preßburg 1805 löste Tirol aus dem habsburgischen Verband und unterstellte es dem Königreich Bayern. Die Reformen der neuen Verwaltung — Eingriffe in die kirchliche Ordnung, neue Steuern und vor allem die Aushebung von Rekruten — verletzten das Selbstverständnis vieler Tiroler und schufen über drei Jahre hinweg den Nährboden für den Widerstand.
Als Österreich im April 1809 erneut gegen Napoleon in den Krieg zog, brach die Erhebung binnen weniger Tage los. Die folgende Chronologie verzeichnet die militärischen Wendepunkte — die vier Schlachten am Bergisel, den Frieden von Schönbrunn und den Zusammenbruch des Aufstands — ebenso wie die lange Nachgeschichte: die Hinrichtung Andreas Hofers in Mantua, die Überführung seiner Gebeine nach Innsbruck, die Entstehung des Andreas-Hofer-Liedes und schließlich das Gedenkjahr 2009, das den Bogen von den Kämpfen bis in die Gegenwart schlug. So wird sichtbar, wie aus einem gescheiterten Aufstand über zwei Jahrhunderte hinweg ein prägender Bezugspunkt der Tiroler Erinnerung wurde.
Frieden von Preßburg
Nach der Niederlage Österreichs fällt Tirol an das mit Napoleon verbündete Königreich Bayern. Die neue Verwaltung beginnt mit weitreichenden Reformen.
Mehr erfahren →Wachsender Unmut
Eingriffe in die kirchliche Ordnung, neue Steuern und die Aushebung von Rekruten verletzen das Selbstverständnis vieler Tiroler und bereiten den Boden für den Widerstand.
Beginn der Erhebung
Mit dem Vorrücken österreichischer Truppen bricht die Erhebung los und greift rasch vom Inntal auf weite Teile des Landes über. Erste Kämpfe finden am Bergisel statt.
Mehr erfahren →Zweite Schlacht am Bergisel
In schweren Kämpfen gewinnen die Tiroler erneut die Oberhand und bringen Innsbruck wieder unter ihre Kontrolle.
Mehr erfahren →Der entscheidende Sieg
Die dritte Schlacht am Bergisel endet mit einem Erfolg der Tiroler. Andreas Hofer übernimmt daraufhin von Innsbruck aus für einige Wochen die Verwaltung des Landes.
Mehr erfahren →Friede von Schönbrunn
Österreich tritt Tirol erneut ab. Die militärische Lage der Aufständischen wird damit aussichtslos.
Mehr erfahren →Vierte Schlacht am Bergisel
Der letzte Versuch, das Land zu halten, scheitert. Die Erhebung bricht zusammen.
Mehr erfahren →Hinrichtung in Mantua
Andreas Hofer wird nach seiner Gefangennahme in der Festung Mantua erschossen. Sein Tod macht ihn zur Symbolfigur der Tiroler Geschichte.
Mehr erfahren →Überführung nach Innsbruck
Hofers Gebeine werden in die Innsbrucker Hofkirche überführt, wo sich sein Grabdenkmal befindet.
Mehr erfahren →Das Andreas-Hofer-Lied
Julius Mosen verfasst „Zu Mantua in Banden“. Vertont wird es später zur Landeshymne Tirols.
Gedenkjahr 2009
Zum 200. Jahrestag der Erhebung erinnern Tirol, Südtirol und das Trentino unter dem Leitwort „Geschichte trifft Zukunft“ gemeinsam an die Ereignisse von 1809.
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Fragen zur Chronologie
Wann begann die Tiroler Erhebung?
Im April 1809, kurz nachdem Österreich erneut in den Krieg gegen das napoleonische Frankreich eingetreten war. Innerhalb weniger Tage erfasste die Erhebung weite Teile des Landes.
Was war der wichtigste Tag des Jahres 1809?
Der 13. August 1809 — die dritte Schlacht am Bergisel und der entscheidende Sieg der Tiroler, nach dem Andreas Hofer die Verwaltung des Landes übernahm.
Wann endete die Erhebung?
Militärisch mit der vierten Schlacht am Bergisel am 1. November 1809. Zuvor hatte Österreich Tirol im Frieden von Schönbrunn (14. Oktober 1809) erneut abgetreten.
Wann wurde Andreas Hofer hingerichtet?
Am 20. Februar 1810 in der Festung Mantua, nach seiner Gefangennahme im Passeiertal.
Was geschah nach 1810 mit der Erinnerung?
1823 wurden Hofers Gebeine nach Innsbruck überführt, 1831 entstand das Andreas-Hofer-Lied. Im Lauf des 19. Jahrhunderts wurde 1809 zum Gründungsmythos der Tiroler Identität.
Warum reicht die Zeitleiste bis 2009?
Weil das Gedenkjahr 2009 zum 200. Jahrestag der Erhebung den Bogen von den Ereignissen bis in die Gegenwart schlug — unter dem Leitwort „Geschichte trifft Zukunft“.