Die Schlachten am Bergisel 1809
Viermal wurde der Hügel südlich von Innsbruck 1809 zum Schlachtfeld. Der dritte Kampf im August entschied über das Schicksal der Tiroler Erhebung.
Kein Ort ist so eng mit der Tiroler Erhebung von 1809 verbunden wie der Bergisel. Viermal wurde der Hügel südlich von Innsbruck in diesem Jahr zum Schlachtfeld. Der dritte Kampf im August entschied über den weiteren Verlauf der Erhebung — und machte den Bergisel zum Sinnbild des Tiroler Widerstands.
Der Bergisel als Schauplatz
Der Bergisel erhebt sich unmittelbar südlich von Innsbruck am Eingang des Wipptals. Wer von Süden auf die Stadt zumarschierte, musste an dieser Stelle die Sillschlucht überwinden. Die erhöhte, bewaldete Lage bot den Verteidigern Deckung und freies Schussfeld. Genau diese Eigenschaften machten den Hügel 1809 zur Schlüsselstellung vor Innsbruck: Wer den Bergisel hielt, kontrollierte den Zugang zur Landeshauptstadt.

Vier Kämpfe in einem Jahr
Im Lauf des Jahres 1809 kam es am Bergisel zu vier größeren Auseinandersetzungen. Sie spiegeln den Wechsel von Hoffnung und Rückschlag wider, der die Erhebung prägte.
April 1809 — die ersten Kämpfe
Mit dem Ausbruch der Erhebung im April 1809 rückten die Tiroler gegen Innsbruck vor. Schon in diesen frühen Kämpfen zeigte sich die Bedeutung des Bergisels als Stellung vor der Stadt. Die erste Phase der Kämpfe brachte den Aufständischen erste Erfolge.
25.–29. Mai 1809 — die Stadt zurückgewonnen
Nach dem Wiedereinrücken gegnerischer Truppen kam es Ende Mai zu neuen, schweren Kämpfen. Die zweite Schlacht endete mit einem Erfolg der Tiroler, die Innsbruck erneut unter ihre Kontrolle brachten.
13. August 1809 — die Entscheidung
Der dritte Kampf am Bergisel am 13. August gilt als Höhepunkt der Erhebung. Die Tiroler setzten sich durch, die Besatzung zog ab. In den Wochen danach übernahm Andreas Hofer von der Innsbrucker Hofburg aus die Verwaltung des Landes.

1. November 1809 — die Niederlage
Nach dem Frieden von Schönbrunn, in dem Österreich Tirol erneut abtrat, war die Lage der Aufständischen aussichtslos geworden. Die vierte Schlacht am 1. November endete mit einer Niederlage und besiegelte das Ende der Erhebung.
Wie am Bergisel gekämpft wurde
Die Tiroler waren keine reguläre Armee. Ihre Stärke lag in der Ortskenntnis, der Treffsicherheit der Schützen und der Fähigkeit, das Gelände zu nutzen. Statt in offener Feldschlacht kämpften sie aus Stellungen an Hängen, in Wäldern und an Engstellen. Steinlawinen, Hinterhalte und rasche Stellungswechsel gehörten zu ihren Mitteln. Gegen diese Form des Widerstands taten sich die auf offene Schlacht ausgerichteten Truppen schwer — zumindest, solange das Gelände den Verteidigern half.
Der Bergisel nach 1809
Mit dem Scheitern der Erhebung verlor der Bergisel seine militärische Bedeutung, gewann aber als Erinnerungsort an Gewicht. Im 19. Jahrhundert wurde er zum zentralen Schauplatz des Hofer-Gedenkens. Heute stehen dort das Andreas-Hofer-Denkmal und das Museum Das Tirol Panorama, in dessen Mittelpunkt das Riesenrundgemälde der dritten Schlacht steht. Daneben ist der Bergisel durch die moderne Sprungschanze international bekannt. Eine ausführliche Darstellung des Ortes bietet die Seite zum Schauplatz Bergisel.
Einordnung
Die Kämpfe am Bergisel zeigen die Erhebung im Zeitraffer: anfängliche Erfolge, ein großer Sieg im Sommer und der Zusammenbruch im Herbst, als die große Politik über das Schicksal des Landes entschied. Dass der Bergisel zum Sinnbild von 1809 wurde, liegt nicht nur an den Kämpfen selbst, sondern auch an der Erinnerung, die ihn über zwei Jahrhunderte hinweg geprägt hat.
Häufige Fragen
Wo liegt der Bergisel?
Der Bergisel ist ein bewaldeter Hügel südlich von Innsbruck, am Eingang des Wipptals. Seine Lage über der Sillschlucht machte ihn 1809 zu einer natürlichen Verteidigungsstellung vor der Stadt.
Wie viele Schlachten gab es 1809 am Bergisel?
Im Jahr 1809 kam es am Bergisel zu vier größeren Kämpfen: im April, im Mai, im August und im November. Der dritte Kampf am 13. August gilt als der entscheidende Sieg der Tiroler.
Welche Bergisel-Schlacht war die wichtigste?
Die dritte Schlacht am 13. August 1809. Nach diesem Sieg zogen sich die bayerisch-französischen Truppen zurück, und Andreas Hofer übernahm für einige Wochen die Verwaltung Tirols.
Wer kämpfte am Bergisel gegeneinander?
Auf der einen Seite standen die Tiroler Schützen- und Landsturmkompanien, auf der anderen die bayerischen Truppen und ihre französischen Verbündeten. Phasenweise waren auch sächsische Einheiten beteiligt.
Welche Rolle spielte Andreas Hofer am Bergisel?
Andreas Hofer war eine der führenden Gestalten der Erhebung und an der Organisation des Widerstands maßgeblich beteiligt. Nach dem Sieg im August trat er als Anführer des Landes auf.
Warum verloren die Tiroler trotz der Siege?
Mit dem Frieden von Schönbrunn im Oktober 1809 trat Österreich Tirol erneut ab. Ohne Aussicht auf österreichische Unterstützung war der Widerstand auf Dauer nicht zu halten; der vierte Kampf im November scheiterte.
Was geschah bei der vierten Schlacht am Bergisel?
Am 1. November 1809 versuchten die Tiroler ein letztes Mal, die vorrückenden Truppen aufzuhalten. Der Kampf endete mit einer Niederlage und besiegelte das Ende der Erhebung.
Wie kämpften die Tiroler Schützen?
Die Schützen nutzten das Gelände, ihre Ortskenntnis und ihre Treffsicherheit. Statt offener Feldschlachten setzten sie auf Stellungskämpfe an Hängen, Engstellen und Wäldern.
Was erinnert heute am Bergisel an 1809?
Am Bergisel stehen das Andreas-Hofer-Denkmal und das Tirol Panorama mit dem Riesenrundgemälde der Schlacht. Der Ort ist zugleich durch die moderne Sprungschanze bekannt.
Was zeigt das Bergisel-Panorama?
Das Riesenrundgemälde stellt die dritte Schlacht am Bergisel von 1809 dar. Es zählt zu den wenigen erhaltenen Panoramabildern dieser Art und ist heute Teil des Museums Tirol Panorama.
Wie weit ist der Bergisel von Innsbruck entfernt?
Der Bergisel liegt unmittelbar südlich des Stadtzentrums von Innsbruck und ist von dort in kurzer Zeit zu erreichen.
War der Bergisel die einzige Front 1809?
Nein. Gekämpft wurde an vielen Orten Tirols, etwa im Eisacktal, im Pustertal und im Süden des Landes. Der Bergisel wurde jedoch zum Sinnbild der Erhebung.
Welche Bedeutung hatte der Sieg vom August für Hofer?
Er verschaffte Hofer die Stellung, von der aus er die Verwaltung des Landes übernahm. Diese kurze Regentschaft ist eng mit dem Bergisel-Sieg verbunden.
Gibt es einen Gedenktag zu den Bergisel-Schlachten?
Die Erinnerung an 1809 wird in Tirol regelmäßig begangen, besonders verdichtet im Gedenkjahr 2009 zum 200. Jahrestag der Erhebung.
Wo erfährt man mehr über den Ort Bergisel?
Eine Darstellung des Ortes mit Denkmal, Museum und heutiger Nutzung bietet die Seite zum Schauplatz Bergisel.
- Museum Das Tirol Panorama — Riesenrundgemälde der Bergiselschlacht
- Tiroler Landesmuseen — Sammlung zur Geschichte von 1809