Die zweite Schlacht am Bergisel (25.–29. Mai 1809)
Nach dem Wiedereinrücken gegnerischer Truppen kam es Ende Mai 1809 zu schweren Kämpfen — die Tiroler gewannen Innsbruck zurück.
Nach den ersten Kämpfen im April und dem zwischenzeitlichen Wiedereinrücken gegnerischer Truppen kam es Ende Mai 1809 zur zweiten Schlacht am Bergisel. Sie zählte zu den schwereren Auseinandersetzungen des Jahres.
Die Ausgangslage Ende Mai
Nach den Aprilkämpfen hatten bayerische und französische Verbände das Inntal zurückgewonnen und Innsbruck erneut besetzt. Die Lage der Erhebung hing dabei eng mit dem großen Krieg zusammen: Während Napoleon nach der Einnahme Wiens das Hauptheer in Niederösterreich konzentrierte, sollten in Tirol verfügbare Kräfte den Aufstand niederwerfen und die Verbindungswege durch die Alpen sichern. Auf gegnerischer Seite standen vor allem bayerische Truppen, verstärkt durch französische und mit Frankreich verbündete Einheiten. Den Aufständischen blieb allein das Aufgebot der Schützenkompanien und des Landsturms, das sich aus den Tälern rasch zusammenzog.

Die Rückeroberung Innsbrucks
In den Tagen um den 25. bis 29. Mai griffen die Tiroler erneut an. In zähen Kämpfen am Bergisel und im Umland gelang es ihnen, die bayerisch-französischen Truppen zurückzudrängen und Innsbruck wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Wie schon im April erwies sich die erhöhte Stellung über der Sillschlucht als Vorteil für die ortskundigen Schützen. Aus den bewaldeten Hängen und von den Höhen über der Sill nahmen sie die vorrückenden Kolonnen unter Feuer, während die Angreifer in dem zerschnittenen Gelände nur schwer geschlossen vorgehen konnten. Zu den Anführern, die in diesen Tagen hervortraten, zählten neben Andreas Hofer erprobte Kommandanten wie Josef Speckbacher.
Bedeutung im Gesamtverlauf
Der Erfolg vom Mai festigte die Position der Aufständischen und stärkte ihr Selbstvertrauen. Zugleich blieb die Lage angespannt, denn die übergeordnete militärische Entwicklung hing vom Krieg zwischen Österreich und Frankreich ab. Die Reihe der Kämpfe setzte sich im Sommer fort und gipfelte in der dritten Schlacht am Bergisel. Eine Gesamtschau bietet der Überblick zu den Schlachten.
Bedeutung der Maikämpfe
Der Erfolg vom Mai 1809 hatte über das Militärische hinaus eine starke Wirkung auf die Stimmung im Land. Er bestätigte, dass die Erhebung kein kurzes Aufflammen war, sondern sich gegen eine reguläre Streitmacht behaupten konnte. Für viele Tiroler wurde der Bergisel damit endgültig zum Symbol des Widerstands.
Gleichwohl blieb die Lage fragil. Die übergeordnete Kriegslage zwischen Österreich und Frankreich entschied letztlich über das Schicksal Tirols, und sie verlief nicht günstig. Die Maikämpfe sicherten den Aufständischen eine Atempause, nicht mehr — der eigentliche Höhepunkt der Erhebung stand mit der dritten Schlacht im August noch bevor.

Der Schauplatz im Mai
Die Kämpfe Ende Mai zogen sich über mehrere Tage und betrafen nicht allein den Bergisel, sondern auch die Zugänge zur Stadt und das Umland. Die Tiroler nutzten die Höhen über der Sill, um die vorrückenden Verbände unter Feuer zu nehmen, und zwangen sie schließlich zum Rückzug. Für die Bevölkerung Innsbrucks bedeutete der Wechsel der Herrschaft binnen weniger Wochen erhebliche Belastungen — Einquartierung, Versorgungssorgen und die Ungewissheit über den Ausgang prägten den Alltag.
Militärhistorisch zeigen die Maikämpfe, wie sehr die Erhebung auf das Zusammenspiel von Gelände, Ortskenntnis und rascher Sammlung der Schützen baute. Diese Stärken konnten eine reguläre Streitmacht auf engem Raum aufhalten, solange die übergeordnete Kriegslage offen blieb.
Zwischen den Schlachten
In den Wochen nach dem Maierfolg blieb die Lage gespannt. Die Entscheidung fiel nicht in Tirol, sondern auf den großen Kriegsschauplätzen an der Donau. Solange Österreich im Feld stand und Napoleons Hauptheer band, behielten die Aufständischen Bewegungsfreiheit. Die Niederlage der österreichischen Armee bei Wagram Anfang Juli 1809 und der darauf folgende Waffenstillstand von Znaim veränderten diese Lage jedoch grundlegend: Der Waffenstillstand sah den Abzug der österreichischen Truppen aus Tirol vor und überließ das Land sich selbst. Damit war der Boden für einen erneuten Vorstoß der bayerisch-französischen Verbände bereitet. Den weiteren Ablauf der Ereignisse zeigt die Zeitleiste.
Trotz dieser ungünstigen Wendung entschlossen sich die Tiroler, den Widerstand fortzusetzen. Als im Sommer erneut starke Verbände gegen Innsbruck vorrückten, sammelten sich die Schützen ein weiteres Mal am Bergisel. Was folgte, war die dritte Schlacht vom 13. August — der Höhepunkt der gesamten Erhebung, in dem die im Mai gewonnene Zuversicht und die eingespielte Zusammenarbeit der Kommandanten ihre stärkste Wirkung entfalteten.
Häufige Fragen
Wann fand die zweite Schlacht am Bergisel statt?
Ende Mai 1809, etwa zwischen dem 25. und 29. Mai.
Was war die Ausgangslage?
Nach den Kämpfen im April waren gegnerische Truppen wieder in Innsbruck eingerückt. Die Tiroler griffen erneut an, um die Stadt zurückzugewinnen.
Wie endete die zweite Schlacht?
Mit einem Erfolg der Tiroler. Sie brachten Innsbruck erneut unter ihre Kontrolle.
Wer kämpfte auf gegnerischer Seite?
Bayerische Truppen und ihre französischen Verbündeten, zeitweise unterstützt von weiteren Einheiten.
Welche Bedeutung hatte dieser Sieg?
Er festigte die Stellung der Aufständischen und bereitete den Boden für die entscheidende dritte Schlacht im August.
Wo erfährt man mehr?
Der Überblick zu den Schlachten am Bergisel ordnet die zweite Schlacht in den Gesamtverlauf ein.