Die vierte Schlacht am Bergisel (1. November 1809)
Der letzte Versuch, das Land zu halten: Nach dem Frieden von Schönbrunn scheiterte die vierte Schlacht am Bergisel — das Ende der Erhebung.
Die vierte Schlacht am Bergisel am 1. November 1809 war der letzte große Versuch der Tiroler, ihr Land zu halten. Sie endete mit einer Niederlage und besiegelte das Ende der Erhebung.
Eine aussichtslose Lage
Im Oktober 1809 hatte Österreich im Frieden von Schönbrunn Tirol erneut abgetreten. Damit war den Aufständischen die Grundlage entzogen: Auf österreichische Unterstützung war nicht mehr zu hoffen, und die gegnerischen Truppen rückten mit Übermacht vor. Anders als bei den früheren Vorstößen näherten sich nun zahlenmäßig starke, gut versorgte Verbände dem Inntal — gegen Innsbruck führte ein französisches Korps unter dem Befehl des Generals Jean-Baptiste Drouet d’Erlon, dem bayerische Einheiten zur Seite standen. Am 1. November stellten sich die Tiroler ein letztes Mal am Bergisel zum Kampf.

Die Voraussetzungen unterschieden sich grundlegend von jenen des August. Die Aufständischen waren erschöpft, die Reihen gelichtet, und ein Teil der Anführer zweifelte angesichts der ausweglosen politischen Lage am Sinn weiteren Widerstands. Dennoch sammelten sich erneut Schützenkompanien und Landsturm, um die Höhen südlich der Stadt zu halten.
Der Verlauf der Kämpfe
Am Morgen des 1. November rückten die gegnerischen Kolonnen gegen die tirolischen Stellungen vor. Wie in den früheren Schlachten suchten die Schützen Deckung in den bewaldeten Hängen, an den Geländekanten der Höttinger Au und an den Zugängen zur Stadt, um die anrückenden Verbände unter Feuer zu nehmen. Doch diesmal verfügten die Angreifer über zahlenmäßige Übermacht, geordneten Nachschub und ausreichend Artillerie, um die einzelnen Stützpunkte nacheinander zu überwinden. Wo die Aufständischen im August noch jeden Vorstoß zum Stehen gebracht hatten, gelang es den Verteidigern nun nicht mehr, eine geschlossene Front zu halten. Im Lauf des Tages mussten die Tiroler ihre Stellungen aufgeben, und die gegnerischen Truppen drangen in Innsbruck ein. Damit war der Schauplatz, der zuvor dreimal zum Symbol des Widerstands geworden war, endgültig verloren.
Das Ende der Erhebung
Anders als im August konnten die Verteidiger den Vormarsch nicht aufhalten. Die zahlenmäßige Übermacht der Angreifer, ihre geordnete Versorgung und die gesunkene Kampfkraft der Aufgebote ließen sich auch durch Ortskenntnis nicht mehr ausgleichen. Die Stellungen an den Hängen des Bergisels wurden überwunden, und die gegnerischen Truppen drangen nach Innsbruck vor. Die Niederlage am Bergisel beendete den organisierten Widerstand. In den Wochen danach zerfiel die Erhebung. Andreas Hofer zog sich in sein heimatliches Passeiertal zurück und hielt sich versteckt, bis er Anfang 1810 verraten und gefangen genommen wurde. Sein Weg führte in die Festung Mantua, wo er im Februar 1810 erschossen wurde. Auch andere Anführer wie Josef Speckbacher und der Kapuzinerpater Joachim Haspinger mussten fliehen oder sich verbergen.
Bedeutung
Mit der vierten Schlacht endete 1809 militärisch — doch gerade das Scheitern und der Tod Hofers begründeten die nachhaltige Erinnerung an die Erhebung. Eine Gesamtschau aller vier Kämpfe bietet der Überblick zu den Schlachten am Bergisel.

Warum der letzte Versuch scheiterte
Im November 1809 hatten sich die Voraussetzungen grundlegend verändert. Mit dem Frieden von Schönbrunn war Tirol völkerrechtlich wieder abgetreten; österreichische Hilfe war ausgeschlossen, und die gegnerischen Kräfte rückten in großer Zahl und gut versorgt vor. Gegen diese Übermacht reichten Ortskenntnis und Entschlossenheit nicht mehr aus.
Mit der Niederlage zerfiel der organisierte Widerstand. Viele Anführer flohen oder hielten sich verborgen, andere wurden gefasst. Der vierte Kampf am Bergisel steht damit für das bittere Ende einer Bewegung, die nur Monate zuvor das ganze Land erfasst hatte — und zugleich für den Beginn der Erinnerung, die aus dem Scheitern erwuchs.
Vereinzelt flackerten in den folgenden Wochen noch örtliche Kämpfe auf, doch eine geschlossene Erhebung war nicht mehr zu sammeln. Die Sieger setzten harte Maßnahmen durch, um das Land dauerhaft zu unterwerfen, und in der Folge wurde Tirol zwischen Bayern, dem napoleonischen Italien und den illyrischen Provinzen aufgeteilt. Erst nach dem Sturz Napoleons und den Beschlüssen des Wiener Kongresses kehrte Tirol 1814 zu Österreich zurück. Die vier Schlachten am Bergisel blieben über diesen Wandel hinweg im Gedächtnis verankert; ihre Abfolge lässt sich anhand der Zeitleiste nachvollziehen.
Häufige Fragen
Wann fand die vierte Schlacht am Bergisel statt?
Am 1. November 1809, im Spätherbst nach dem Frieden von Schönbrunn.
Wie ging die vierte Schlacht aus?
Mit einer Niederlage der Tiroler. Sie besiegelte das Ende der Erhebung.
Warum war die Lage so aussichtslos geworden?
Mit dem Frieden von Schönbrunn im Oktober 1809 hatte Österreich Tirol erneut abgetreten. Ohne Aussicht auf österreichische Unterstützung war der Widerstand nicht mehr zu halten.
Was geschah mit Andreas Hofer nach der Niederlage?
Hofer zog sich in das Passeiertal zurück und hielt sich versteckt, bis sein Aufenthaltsort verraten wurde. Anfang 1810 wurde er gefangen genommen und nach Mantua gebracht.
War damit die Erhebung beendet?
Ja, die vierte Schlacht markiert das militärische Ende der Erhebung von 1809.
Wo erfährt man, wie es mit Hofer weiterging?
Der Beitrag zu Mantua schildert seine Gefangennahme und Hinrichtung im Februar 1810.