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Tirol 1809 in zeitgenössischer Darstellung
Schlachten am Bergisel

Die dritte Schlacht am Bergisel (13. August 1809)

Der entscheidende Sieg der Tiroler Erhebung: Nach dem 13. August 1809 zog die Besatzung ab, und Andreas Hofer übernahm die Verwaltung des Landes.

Der dritte Kampf am Bergisel am 13. August 1809 gilt als Höhepunkt der Tiroler Erhebung. Er entschied — zumindest für einige Wochen — über das Schicksal des Landes und ist bis heute das bekannteste Ereignis von 1809.

Die Ausgangslage im August

Nach dem Waffenstillstand von Znaim hatten sich die österreichischen Truppen aus Tirol zurückgezogen, und die Aufständischen standen ohne reguläre Unterstützung da. Gleichwohl rückte ein starkes bayerisch-französisches Korps unter dem Befehl des Marschalls François-Joseph Lefebvre in das Inntal vor und besetzte Innsbruck abermals. Die Tiroler sammelten daraufhin ihre Schützenkompanien und den Landsturm aus den umliegenden Tälern und bezogen Stellung an den Höhen südlich der Stadt.

Josef Eisenstecken — Franz von Defregger
Josef Eisenstecken — Franz von Defregger

Der Verlauf

Im Sommer 1809 rückten erneut bayerisch-französische Truppen gegen Innsbruck vor. Am 13. August kam es am Bergisel zur Entscheidung. Die Tiroler, die das Gelände beherrschten und aus gedeckten Stellungen in den bewaldeten Hängen und auf den Höhen kämpften, fügten den Angreifern schwere Verluste zu. Aus der Deckung hinter Bäumen und Geländekanten nahmen die Schützen die heranrückenden Kolonnen unter ihr treffsicheres Feuer, während die geschlossenen Verbände in dem steilen, unübersichtlichen Gelände nur schwer vorankamen. An der Führung der Aufständischen hatten neben Andreas Hofer Kommandanten wie Josef Speckbacher und der Kapuzinerpater Joachim Haspinger entscheidenden Anteil. Nach einem langen Kampftag entschloss sich Lefebvre, Innsbruck zu räumen und sich mit seinen Truppen aus Tirol zurückzuziehen. Damit fiel die Stadt erneut an die Aufständischen.

Das Gelände und die Kampfweise

Der Erfolg vom August beruhte wesentlich auf der geschickten Nutzung des Geländes. Die bewaldeten Hänge des Bergisels, die Geländekanten der Höttinger Au und die steilen Ufer der Sill boten den Schützen Deckung und ermöglichten es ihnen, aus nächster Nähe zu feuern und sich rasch zu verlagern. Geschlossene Verbände und Geschütze entfalteten in diesem zerschnittenen Raum nur einen Teil ihrer Wirkung. Die Tiroler kämpften nicht in der Schlachtordnung der Linie, sondern in lockeren Gruppen, die sich an Mauern, Bäumen und Hecken festsetzten und den Vormarsch der Angreifer immer wieder zum Stocken brachten. So konnten zahlenmäßig unterlegene Aufgebote einer regulären Streitmacht über Stunden hinweg standhalten.

Hofers Regentschaft

Nach diesem Sieg übernahm Andreas Hofer von der Innsbrucker Hofburg aus die Verwaltung Tirols. Für einige Wochen führte er das öffentliche Leben des Landes und versuchte, eine geordnete Verwaltung aufrechtzuerhalten. Diese kurze Zeit der Selbstverwaltung ist eng mit dem Sieg vom August verbunden.

Nachwirkung

Der Erfolg währte nicht lange: Mit dem Frieden von Schönbrunn im Oktober 1809 wurde Tirol erneut abgetreten, und die Lage wendete sich. Dennoch blieb der 13. August als der große Tag der Erhebung im Gedächtnis. Das Riesenrundgemälde im Museum Das Tirol Panorama hält diese Schlacht fest. Der weitere Verlauf führt zur vierten Schlacht am Bergisel; eine Gesamtschau bietet der Überblick.

Der Bergisel bei Innsbruck heute
Der Bergisel bei Innsbruck heute

Erinnerung an den 13. August

Kein anderer Tag des Jahres 1809 ist so tief in die Tiroler Erinnerung eingegangen wie der 13. August. Er markiert den Augenblick, in dem die Erhebung ihr Ziel — die Befreiung des Landes — für kurze Zeit tatsächlich erreichte. Spätere Generationen sahen in diesem Sieg den Beweis, dass entschlossener Zusammenhalt selbst einer übermächtigen Streitmacht trotzen konnte.

Dass der Erfolg nur wenige Wochen Bestand hatte, hat diese Erinnerung nicht geschmälert, sondern eher verstärkt: Gerade die Verbindung von Triumph und nachfolgendem Scheitern gab dem Geschehen seine tragische Größe, die in Liedern, Bildern und Denkmälern fortlebt.

Die Wende nach dem Sieg

So vollständig der militärische Erfolg war, so wenig konnte er die übergeordnete Lage ändern. Während Hofer von der Hofburg aus die Verwaltung des Landes ordnete, verhandelten Österreich und Frankreich bereits über den Frieden. Mit dem Frieden von Schönbrunn im Oktober 1809 trat Österreich Tirol erneut ab und entzog der Erhebung damit jede völkerrechtliche Grundlage. Die gegnerischen Verbände sammelten sich daraufhin von Norden, Süden und Westen her, um das Land endgültig zu unterwerfen. Vor diesem Hintergrund kam es am 1. November zur vierten Schlacht am Bergisel, die den Augustsieg nicht wiederholen konnte. Die Abfolge der Ereignisse zeichnet die Zeitleiste nach.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen

Wann war die dritte Schlacht am Bergisel?

Am 13. August 1809. Sie gilt als der entscheidende Sieg der Tiroler Erhebung.

Warum war dieser Sieg so bedeutend?

Nach der Schlacht zogen sich die bayerisch-französischen Truppen aus Innsbruck zurück. Andreas Hofer übernahm daraufhin für einige Wochen die Verwaltung Tirols.

Wer führte die Tiroler an?

Andreas Hofer war die zentrale Führungsfigur. An seiner Seite standen Kommandanten wie Josef Speckbacher und der Kapuzinerpater Joachim Haspinger.

Wie kämpften die Tiroler?

Sie nutzten das Gelände und kämpften aus Stellungen an den Hängen des Bergisels. Ortskenntnis und Treffsicherheit waren ihre wichtigsten Vorteile.

Was geschah nach dem Sieg?

Hofer trat von der Innsbrucker Hofburg aus als Anführer des Landes auf und versuchte, eine geordnete Verwaltung aufrechtzuerhalten.

Wie lange hielt der Erfolg?

Nur wenige Wochen. Mit dem Frieden von Schönbrunn im Oktober 1809 wendete sich die Lage erneut gegen die Aufständischen.

Was zeigt das Bergisel-Panorama?

Das Riesenrundgemälde im Museum Das Tirol Panorama stellt die dritte Schlacht am Bergisel dar.

Wo erfährt man mehr über Hofers Regentschaft?

Der Beitrag zu Andreas Hofer schildert die Wochen nach dem Sieg und seine kurze Regentschaft.

Porträt von Florian Aichner
Über die Verfasserin / den Verfasser

Florian Aichner

Redaktion · Militär- und Regionalgeschichte

Florian Aichner befasst sich mit der Militärgeschichte der Koalitionskriege und mit den Schauplätzen der Tiroler Kämpfe. Er bereitet historische Quellen für ein breites Publikum auf und betreut die Schauplatz- und Kartenbeiträge der Seite.